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DEICHBRAND 2014 – So war’s


Nachdem THE PRODIGY bereits im Vorfeld brandneues Songmaterial im Festivalsommer 2014 ausgeschlossen haben, dürfte sich sicherlich bei so manchen Fan die kalte Ernüchterung breit gemacht haben. Doch wer auf dem DEICHBRAND 2014 dann lediglich Langeweile und Tristesse vermutete, der hatte im Nachgang doch weit gefehlt. Denn The Prodigy, superb gut gelaunt, lieferten in exellenter Spiellaune, auch ohne die ganz großartige Neuware und damit auch ohne einen einzigen Ausblick auf das zu erwartende neue Album, eine fantastische Show ab. Das Publikum seinerseits dankte es der Band mit exzessiven, schier nie endenden Moshpits in allen Variationen und Größenordnungen, Bengalischen Feuern und bedingungsloser Hingabe den allseits bekannten Bühnenhymnen. Im Gesamtbild dürfte die Show auf dem, zu guter Letzt doch ausverkauften, DEICHBRAND 2014 sicherlich zu einer der Besten Prodigyshows der vergangenen Jahre zählen. Fettes Brot… Aber was ging genau in Cuxhaven ab?Dabei kann die schnelle Lesart der Setlist allein nicht wirklich überzeugen. BREATHE, FIRESTARTER, THEIR LAW…. die üblichen Verdächtigen sind fein säuberlich in der eigentlich auch üblichen Reihenfolge aufgelistet. Auffälligkeiten dürfte da eher im jeglichen Fehlen der liebgewonnen Experience.Klassiker zu finden sein. Sowohl OUT OF SPACE, als auch der bis zuletzt immer wieder gern gespielte und bejubelte Song HYPERSPEED fanden Einzug in die Setlist des DEICHBRANDs. Ebenfalls dem Rotstift zum Opfer fielen der IMD.Hit WARRIORS DANCE und DOGBITE. Wobei letzterer schon seit geraumer Zeit nicht mehr gespielt wird und damit ein Wiederauftauchen mit wesentlich mehr Überaschungspotential verbunden gewesen wäre.

Keith Flint - Deichbrand 2014

Auch wenn, wie Eingangs erwähnt, die großen Albumvorläufer abbestellt wurden, kam das DEICHBRAND-Publikum doch in den Genuss zweier Deutschlandpremieren. ROCKWEILER und AWOL BEATZ wurden in dieser Form nie zuvor in Deutschland gespielt. Damit dürfte der Exklusiv-Charakter der Show zumindestens schon einmal gesichert sein. Na immerhin schon einmal was. Außerdem dürften die Tage der beiden Songs JETFIGHTER und AWOL gezählt sein. Da beide Songs nicht mehr für das neue Album Verwendung finden werden, bleibt abzuwarten, ob diese mit der Veröffentlichung der neuen Scheibe weiterhin Bestand in den Liveshows haben werden.

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Setlist – Deichbrand 2014

Doch das Gesamtpaket war dann letztlich anscheinend doch so großartig geschnürt, dass es das festivalmüde Publikum fertigbrachte, nach anstrengenden und glutheißen 3 Deichbrand.Tagen noch einmal in kollektiver Extase gepflegt auszurasten. Über die ersten beiden Wellenbrecher hinweg bildeten sich gewaltige Moshpits. Den FAT.Klassiker FIRESTARTER zelebrierte man im stilechten Schein Bengalischer Feuer. Verboten? Gefährlich ? pfffft…. drauf gepfiffen… Wie wild wurde gesprungen, getanzt, kollektiv mitgegröhlt. Spätestens mit den ersten OMEN.Beatz dürfte der geneigte Festivalchor dann auch im nahegelegenen Cuxhaven zu hören gewesen sein. Ein Wahnsinn das alles.

Auffällig ist aber – wie zuvor schon auf dem SMS oder ROCK AM RING und ROCK IM PARK. Die neueren Songs erhaschen nicht die selbe Reaktion im Publikum, wie zuletzt die damals neu aufgekommenen IMD.Kracher, die sich bereits 2008 völlig nahtlos in die Shows einbanden. Am ehesten JETFIGHTER kann hier noch Punkten, was sicher mit seiner stilistischen Nähe zur IMD zu beantworten wäre. Da bleibt es abzuwarten, was das neue Prodigyalbum für feine Stilblüten ausbilden wird, wenn Liam im Vorfeld bereits klarstellt, dass JETZFIGHTER und Co kein Albummaterial mehr darstellen.

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Ach ja – Album… Da war doch was. Auch wenn sich die Band im Gespräch mit dem PRODIGY-NET eher bedeckt hielt, ließ LIAM wissen, dass die Scheibe, das Artwok und die weiteren Begleiterscheinungen soweit fertig sind und man somit „vielleicht – defintiv“ mit der Veröffentlichung noch in diesem Jahr rechnen dürfe. Mit der Fertigstellung des Albums (wie lange haben wir eigentlich gewartet, bis wir das lesen können ?), dürften aktuell die Planungen für die anstehende Release-Tour auf der Agenda stehen. Selbige wird stattfinden. Das ist sicher. In welchem Ausmaß bleibt ber noch abzuwarten. Fest steht, dass die großartige DEUTSCHLANDTOUR sich nicht mit dem Jahr 2014 schmücken wird. Damit dürften die Chancen für weitere Konzert über das Rock’n’Heim hinaus in diesem Jahr relativ überschaubar sein.

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So bleibt das DEICHBRAND zusammen mit dem im August laufenden ROCK’n’HEIM die einzige Möglichkeit THE PRODIGY im aktuellen Kalenderjahr in Deutschland live zu erleben. Was die Exklusivität des Festivals bei Cuxhaven deutlich zu steigern wußte. Dabei hatte das DEICHBRAND nicht nur mit THE PRODIGY richtig fette Pfeile im Köcher. Mit den grandiosen GUANO APES war bereits am Sonntag-Nachmittag für reichlichst Gänsehaut und genug Mitgröhlpotential gesorgt. Das Kracher wie OPEN YOUR MIND und LORD OF THE BOARDS noch immer scheppern und poltern wie schon vor 15 Jahren, war mir dann doch ein wohliges Lächeln und ein genehmes Zucken in den müden Gliedern wert. Recht so. Auch wenn man den Songs und der Band die vielen Jahre deutlich ansah und die neuen Songs schier farblos und leer untergingen … geschenkt. GUANO APES gehen auch 2014 ziemlich derb nach vorn und das ist gut so und sollte nicht kaputtgequatscht werden.

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Dass THE HIVES über jeden Zweifel erhaben sind, hat die nach eigenen Angaben best gekleidete Band der Welt auch auf dem DEICHBRAND eindrucksvoll zur Schau stellen können. Auch wenn das Konzert ein Deut zu sehr von Konversation durchsetzt war, konnten die musikalischen Aspekte in jeglicher Hinsicht überzeugen. Wie zuletzt auf dem Taubertal – THE HIVES waren eine mehr als würdige „Vorband“ für THE PRODIGY. Klar – THE HIVES hatten dem riesigen und bombastischen TamTam einer PRODIGY.Show nichts, aber auch gar nichts nachzusetzen. Das ist widerum völlig Wurst. THE HIVES sind für sich genommen ein ebenso grandioses LiveMonster, dem man sich nicht wirklich erwehren kann.

Mit 3 sehr guten Shows geht für mich das Deichbrand 2014 vollkommen in Ordnung. 1000 km zurückgelegte Wegstrecke hin oder her. Das Ding war es einfach wert. In jeglicher Hinsicht. Auch wenn die Show nicht ganz an ROCK AM RING 2008 herankam, ist da nicht mehr viel Luft dazwischen. Und in dieser Hinsicht, bleibt es mir eine Ehre diesem grandiosen Moment miterlebt zu haben. Und damit verbleibe ich mit einem sauguten Gefühl, dass ROCK’n’HEIM dem in nichts nachstehen wird.

Damit bleibt mir…. man schaut sich am HOCKENHEIMRING 2014 ! ROCK’n’HEIM … es kann losgehen !

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